Der Hermannplatz

Foto zeigt Luftbildaufnahme des Hermannplatzes in Berlin

Der Hermannplatz liegt im Bezirk Neukölln an der Grenze zum Nachbarbezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Es ist ein länglicher Platz, der vorwiegend gekennzeichnet ist durch eine Blockrandbebauung in einem dichten Stadtgebiet. Das Umfeld zeichnet sich weitgehend durch Gebäude mit einheitlicher Berliner Traufhöhe von 22 Metern aus. Es ist geprägt durch eine Mischnutzung aus Wohnen und Gewerbe, wobei der Anteil an gewerblicher Nutzung sehr hoch ist. Auf dem Platz selbst findet von Montag bis Freitag ein Wochenmarkt statt.

Der Hermannplatz ist zentraler Bestandteil des Hauptzentrums „Karl-Marx-Straße/Hermannplatz/Kottbusser Damm“ (siehe Stadtentwicklungsplan Zentren 2030). Dieses Zentrum ist bezirksübergreifend und liegt sowohl in Friedrichshain-Kreuzberg als auch in Neukölln.

Als hochfrequentierter Verkehrsknotenpunkt verfügt der Hermannplatz über Anbindungen an wichtige Hauptverkehrsstraßen wie die Karl-Marx-Straße, die Sonnenallee, die Hermannstraße, die Hasenheide, den Kottbusser Damm und die Urbanstraße. Die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln erfolgt über die U-Bahnlinien U7 und U8 sowie zahlreiche Busverbindungen. Darüber hinaus ist auch die Verlängerung der Tramlinie M10 vom S-Bahnhof Warschauer Straße zum Hermannplatz geplant, die voraussichtlich an der Urbanstraße enden wird.

Die Bezirke Neukölln und Friedrichshain-Kreuzberg weisen eine ähnliche Sozialstruktur, aber innerhalb der Bezirke große Unterschiede auf. Beide Bezirke zeichnen sich zudem durch eine hohe Einwohnerzahl aus. Friedrichshain-Kreuzberg ist der am dichtesten besiedelte Bezirk Berlins, Neukölln erfährt das schnellste Bevölkerungswachstum. Generell handelt es sich um Bezirke mit hohem Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund und einem geringen Durchschnittsalter. Die zeigt sich auch im sozialen Status: Viele Menschen sind abhängig von Sozialleistungen, bei den Kindern und Jugendlichen ist der Anteil in Neukölln teils deutlicher höher als in Friedrichshain-Kreuzberg (Bezirksregion Tempelhofer Vorstadt: 22%, Bezirksregion Schillerpromenade 60%). Es herrschen eine hohe Armutsgefährdung und ein niedriger Bildungsstand sowie teils starke Defizite in der Versorgung im Gesundheits- und Bildungssektor.

Der Hermannplatz und seine Umgebung weisen eine einfache und mittlere Wohnlage aus. Es sind innerhalb der Bezirke Neukölln und Friedrichshain-Kreuzberg jedoch starke Unterschiede festzustellen. In unmittelbarer Nähe zum Hermannplatz hat im nordöstlich gelegenen Reuterkiez mit der Ansiedlung von Akteurinnen und Akteuren aus der Kulturwirtschaft eine Attraktivitätssteigerung des Quartiers stattgefunden, welche zu Änderungen in der Sozialstruktur und Verdrängungsprozessen führt. Der Reuterkiez und die südöstlich des Hermannplatzes befindliche Donaustraße sind als Milieuschutzgebiete ausgewiesen worden. In solchen Gebieten kann die Umwandlung von Mietwohnungen in Eigentumswohnungen nur nach behördlicher Genehmigung erfolgen. Ziel ist es, die soziale und bauliche Struktur des Gebiets zu erhalten.

Die Karl-Marx-Straße einschließlich des Hermannplatzes wurde 2009 in die Städtebauförderung aufgenommen. Ziel ist die Entwicklung eines Anziehungspunktes für Handel, Kultur und Dienstleistungen. Die im Rahmen des Programms „Lebendige Zentren und Quartiere“ geförderten Projekte betreffen vor allem die Stärkung des Einzelhandels, die Verbesserung der Qualität des Stadtraumes und die Weiterentwicklung einer vielfältigen sozialen Infrastruktur. Des Weiteren grenzt das Sanierungsgebiet Karl-Marx-Straße/ Sonnenallee an den Hermannplatz. Im Umfeld gibt es mehrere Quartiersmanagementgebiete: Donaustraße Nord, Flughafenstraße und Rollbergsiedlung in Neukölln und die seit 2020 in Friedrichshain-Kreuzberg verstetigte Düttmann-Siedlung.

  • Luftbildaufnahme von 1933 zeigt den Hermannplatz, Berlin mit Karstadt

    Eine kurze Geschichte

    Der Hermannplatz entwickelte sich aus zwei sich treffenden Kreuzungen. 1534 wurde hier das erste Wirtshaus gebaut, später kamen weitere Gasthäuser, eine Apotheke, ein Steuerhaus, ein Zollhaus und Mietshäuser dazu. Mehr

  • Foto zeigt das Warenhaus, ehemals Karstadt am Hermannplatz

    Das Warenhaus

    Architekt war Philipp Schaefer, der sich als Vorbild die amerikanische Hochhausarchitektur des Art déco heranzog. Das Gebäude verfügte über ein Stahlbetonskelett sowie eine Muschelkalkfassade und überragte den Hermannplatz um 32 Meter. Die Gliederung der Straßenfront erinnerte an den gotischen Kirchenbaustil. Mehr